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Hätten Sie es gewusst…?

Ohne Spuren keine Zahlung

Zahlt die Hausratsversicherung auch für Diebstähle, wenn Einbruchspuren fehlen? Dazu Dipl.-Wirtschaftsjurist (FH) Sascha Nitschke:

Einbruch- oder Aufbruchspuren an Fenster oder Türen weisen im Prinzip auf einen Einbruch hin. Hinterlässt der Täter keine Spuren, ist der Versicherer nicht leistungspflichtig. Dennoch empfiehlt es sich, mit der Versicherung zu reden. Auch wenn der Einbruch durch ein angekipptes Fenster stattfindet, wird der Versicherer grundsätzlich keine Schadenregulierung vornehmen, da es sich um grobe Fahrlässigkeit handelt. Dies gilt auch, wenn versehentlich Fenster offen bleiben. Allerdings bleibt der Versicherungsschutz bestehen, wenn man nur kurz mal außer Haus gewesen und das Fenster geöffnet war.

Grobe Fahrlässigkeit auch versicherbar

Versicherer wenden oft ein, dass ein Schaden grob fahrlässig herbeigeführt worden sei. Hiergegen ist ein Kraut gewachsen. In neuesten Versicherungsprodukten besteht die Möglichkeit, eine Klausel auch zur Absicherung der Herbeiführung des Versicherungsfalles durch grobe Fahrlässigkeit mitzuversichern. Versicherungsnehmern ist der Einschluss einer solchen Klausel in den Versicherungsvertrag durchaus anzuraten.

 

Versichern macht Sinn

Ist der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung in der heutigen Zeit empfehlenswert? Dazu Dipl.-Wirtschaftsjurist Sascha Nitschke (FH):

Eine Rechtsschutzversicherung kann heut mehr denn je durchaus sinnvoll sein. Einerseits sind die Kosten für juristische Auseinandersetzungen gestiegen. Andererseits ist das Rechtsempfinden spürbar größer geworden, sodass Streitigkeiten heutzutage eher vor Gericht landen als noch vor einigen Jahren. Das Kostenrechtsmodernisierungsgesetz, das am 1.Juli 2004 in Kraft getreten ist, hat allein die Rechtsanwaltsvergütung um durchschnittlich 21 Prozent nach oben getrieben. In Einzelfällen haben sich die Honorare der Anwälte nach Marktbeobachtungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. beispielsweise in Berlin sogar glatt verdoppelt. Diese Mehrbelastungen schlagen natürlich auch auf die Rechtsschutzversicherung durch. Gleichwohl ist zu befürchten, dass sich ohne eine Rechtsschutzversicherung künftig wahrscheinlich nur noch Wohlhabende oder Geringverdiener mit Recht auf Prozesskostenhilfe einen Anwalt leisten können.

 

Kleinkind „bemalt“ Auto des Nachbarn

Zahlt die Haftpflichtversicherung, wenn mein 5-jährigen Kind das Auto des Nachbarn beschädigt? Dazu Dipl.-Wirtschaftsjurist (FH) Sascha Nitschke:

Ein 5-jährigen Kind ist deliktunfähig, d.h. die Privathaftpflichtversicherung der Eltern zahlt daher wenn, die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Die Eltern haften somit nicht für das Fehlverhalten ihrer Kinder, sondern für das Eigene (Aufsichtspflichtverletzung). Neueste Privathaftpflichtversicherungsprodukte sichern jedoch auch das Risiko der deliktunfähiger Kinder gegen einen geringen Aufpreis mit ab.

 

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